Alternde Technologien

Im Gegensatz zu altem Wein wird Technologie mit den Jahren nicht besser. Wer mit dem Gedanken spielt, neue Technologien einzubinden, muss als Branchenführer objektiv alle möglichen Kosten und Vorteile abwägen. Die Grafik unten zeigt den typischen Hype Cycle – ein Vorhersage-Tool um Risiken einzuschätzen:

Aufmerksamkeit Technologischer Auslöser Tal der Enttäuschungen Pfad der Erleuchtung Plateau der Produktivität Gipfel der überzogenen Erwartungen Zeit

Der Zyklus oben ist aufschlussreich, um Erwartungen zu managen und die Aufs und Abs einer Technologie im Laufe der Zeit zu beurteilen – entlang der roten Linie in Richtung Produktivität. Jedoch gibt es einige Fallstricke, die sich anhand zweier Szenarien erklären lassen:

  • Gepusht durch den selbst kreierten Hype, erreicht eine Technologie maximale Aufmerksamkeit am Gipfel der überzogenen Erwartungen. Doch dann gerät alles ins Schwanken – schon während der Entwicklung oder kurz nach dem Release. Die schlechten Nachrichten verbreiten sich und die Begeisterung nimmt ab. Wir erreichen das Tal der Enttäuschungen: Die Technologie leidet unter fehlendem Umsatz – das Vertrauen ins Produkt schwindet. Schließlich ziehen sich die Investoren zurück, während die Hersteller nicht in der Lage sind, Verbesserungen und Erfolge zu präsentieren. Und weil die einst gehypte Technologie nun das Tagesgeschäft aufhält, wird das IT-Team gebeten, sie zu ersetzen. Das Ergebnis? Ein unerwünschtes Legacy-System.
  • Eine Technologie erreicht erfolgreich den Mainstream auf dem Pfad der Erleuchtung – und stabilisiert sich dann im Plateau der Produktivität. Vorerst erfüllt die Technologie alle Anforderungen und niemand beschwert sich. Aber diese anfängliche Zufriedenheit wird schnell zur Selbstgefälligkeit. Das Management entscheidet sich, Kosten zu sparen, indem es keine  Ausgaben für zukünftige Entwicklungen einplant. Ein großer Fehler! Denn was passiert? Kosten, Komplexität und Risiken nehmen im Laufe der Zeit zwangsläufig zu. Alleine die IT-Wartungskosten übersteigen plötzlich das ursprüngliche Budget bei weitem. Schließlich verschlingt das Ausbessern des versagenden, aktuellen Systems viel Zeit und Geld – wodurch jeder neue Innovationsdrang im Keim erstickt wird.

Bestehende Systeme müssen kontinuierlich modernisiert werden. Wird dieses Grundprinzip nicht befolgt, vervielfachen sich Kosten und Sicherheitslücken im Laufe der Zeit. Eines ist klar: Die Vorteile, veraltete Technologien upzudaten, übersteigen die Risiken, technische Probleme zu ignorieren. Der beste Weg, Technologien aktuell und agil zu halten, ist es, langfristig in Innovationen zu investieren. Dieser Entwicklungsansatz benötigt sorgfältige Planung sowie präzises Budgetieren. Klar, jede Strategie sieht anders aus – abhängig von den Problemen, die gelöst werden sollen. Sie müssen daher auch Zusammenhänge bedenken – wie zum Beispiel Anpassungen im Personal (Fachkräftemangel). Hier zeigen wir Ihnen zwei beliebte Strategien, um die gesammelten Herausforderungen rund um technische Schuld, IT-Architektur und Technologie zu meistern:

  • Sprint-Release Strategie
    • Dies ist ohne Zweifel die schnellste und sicherste Option. Denn hier wird jedes bestehende Problem isoliert betrachtet. So wird das Team nicht von anderen Baustellen, Funktionen und Anforderungen abgelenkt. Und da jeder Release einer Testautomatisierung unterzogen wird, werden Fehler frühzeitig erkannt, bevor sie ins System einfließen. Außerdem werden die grundlegenden Features nicht verändert – wodurch einzelne Komponenten wie gewohnt funktionsfähig bleiben. Man könnte nun glauben, dass dieser Fokus auf Technologie-Upgrades die Einführung neuer Funktionen nur verzögert. Doch erst diese Upgrades ermöglichen das nachhaltige, saubere Einbinden neuer Funktionen.
  • Arbeitsaufwand-abhängige Sprint-Release Strategie
    • Die Vorteile dieser Strategie liegen im Iterations-Zeitplan und den zugeordneten Aufwänden. Denken wir uns einen Release mit einem Projektumfang von 100 Manntagen. Wenn ein Team nur auf 10% seiner Kapazität arbeitet, ist es unmöglich, zum Beispiel eine Java 1.4 Plattform zu modernisieren oder eine alte C++ Library zu ersetzen. Die benötigte Arbeitszeit muss sich in den eingesetzten Ressourcen widerspiegeln – aber auch der erforderliche Detailgrad bei der Legacy-Migration.

Die gute Nachricht: Alle Hindernisse zur digitalen Transformation können überwunden werden. Machen Sie sich schlau und starten Sie Ihre Modernisierung mit einer vollständigen Beurteilung Ihres Legacy Systems.

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