Fachkräftemangel

Adaptieren oder sterben

Kürzer kann man die bittere Wahrheit nicht in Worte fassen, wenn es um die Modernisierung von Altsystemen geht. Doch derselbe Leitsatz gilt auch für die benötigten Skills, um IT-Systeme zu steuern. Es ist Fakt, dass viele Technologien wie OLE Objects, Java Applets, Corba und Flash bereits alle dran glauben mussten oder in Vergessenheit geraten sind. Aber eine überraschend große Anzahl alter Systeme – viele mit Jahrzehnte-altem Code – sind immer noch im Einsatz bei Unternehmen. Der einzige Grund, warum sie noch nicht abgeschaltet wurden, ist, weil sie als entscheidend für den Geschäftserfolg angesehen werden (siehe Legacy Systems Modernisierung). Doch sobald die Programmierer und Entwickler hinter solchen Monolith-Systemen kündigen oder in Rente gehen, wird es zunehmend schwieriger das System am Laufen zu halten – und fachkundigen IT-Support zu erhalten.

Hinzu kommt: Diese alten Technologien werden im Studium nicht mehr unterrichtet – was zu fehlendem Fachwissen unter „jüngeren“ Software-Entwicklern führt (siehe Alternde Technologien). Die Konsequenz: Die benötigten Skills, um veraltete Systeme zu warten, sind im Grunde obsolet. Denn Fakt ist, dass große Cobol-basierte Mainframes, Key Module in C/C++ oder Perl, und sogar noch aktuellere Kernsysteme basierend auf ASP.NET oder Java 5 inzwischen alle als IT-Altlast gelten. Aber das muss nicht sein. Das Problem ist, dass nicht jeder weiß, wie die Systeme anzupacken sind. Also was tun, damit IT-Teams fehlende Fähigkeiten erlernen?

Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen

Dies ist vielleicht der offensichtlichste, aber auch meist vernachlässigte Ratschlag. So wie jedes System nach fortlaufender Modernisierung verlangt, müssen auch die Fähigkeiten des Teams, das dieses System wartet, gefördert werden. Anders gesagt: Sie sollten niemals zulassen, dass Ihr System abbaut. Stattdessen braucht es aktive Wartung, Upgrades und Verbesserungen, Eine solche Arbeitskultur bedarf eines engagierten Modernisierungs-Teams sowie solider Budget-Planung – und bereichert beides zugleich. Wie Yin und Yang ergänzen sich diese Bereiche und entwickeln sich mit dem System und den genutzten Technologien weiter.

Vielseitigkeit toppt Spezialwissen

Spezialisten mit nur einem Fachgebiet zu haben, ist an sich keine schlechte Sache. Aber wenn es zu viele Mitarbeiter mit „Inselbegabung“ gibt, verliert das Team das große Ganze aus dem Blick. Das mag zu stark vereinfacht wirken, aber wenn es Ihren Mitarbeiter-Skills an Vielseitigkeit fehlt, sind Ihre Möglichkeiten, Neues umzusetzen, stark begrenzt. Um dieses Defizit auszugleichen, ist es genauso wichtig, Ihre Mitarbeiter-Kultur so gut zu verstehen wie Ihr Altsystem. Für eine erfolgreiche Modernisierung müssen Sie wissen, wie mögliche Abhängigkeiten und Programmier-Paradigmen miteinander zusammenspielen. Ein fähiger Software Entwickler, ausgebildet in den Grundsätzen der Computerwissenschaft, weiß dies von Natur aus und kann sich entsprechend anpassen. Je mehr solcher „Allrounder“ Sie in Ihrem Team haben, umso agiler können Sie agieren. Und umso mehr Fokus können Sie auf innovative Lösungen legen – wodurch Sie ganz nebenbei auch junge Talente schneller für Ihr Unternehmen begeistern.

Weiterbilden – ohne Ende

Eine Kultur regelmäßiger Mitarbeiter-Trainings geht Hand in Hand mit vielseitig ausgebildeten Mitarbeitern. Wichtig ist dabei, dass diese Weiterbildungs-Maßnahmen genauso für Stammkräfte gilt wie für Nachwuchstalente. Teams, die diese Herangehensweise nicht gewohnt sind, müssen radikal umdenken. Denken Sie auch daran, Ihre internen Ressourcen voll auszuschöpfen. Zum Beispiel können ältere IT-Profis, die sich mit Mainframes oder proprietären Systemen auskennen, Ihr Fachwissen teilen oder als Mentor auftreten. Erweitern Sie Ihren Horizont, indem Sie Software-Communities beitreten, an Fachtreffen teilnehmen oder entdecken Sie “Application Trades” für sich. Kleine Inspiration: Schauen Sie mal auf unseren kommenden Events vorbei.

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